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Blog · 22. Mai 2019
Wer sich heute dem Zen zuwendet, ob dem Rinzai- oder dem Sôtô-Zen, der lässt sich auf ein Weltbild ein, das dem japanischen Mittelalter entstammt und immer noch darin verwurzelt ist. Damals, im 12. und 13. Jahrhundert, ist das japanische Zen aus dem chinesischen Chan der Song-Zeit hervorgegangen (960 – 1279), und zwar zunächst, durch Eisai (1141 – 1215) vermittelt, die Lin-ji-/Rinzai-Tradition, und dann, nahezu gleichzeitig, die von Dôgen (1200 – 1253) überführte...
Blog · 22. Mai 2019
Welches sind denn nun die Inhalte und Eigenheiten, die das japanische Zen zu einem Relikt des Mittelalters (oder einer noch ferneren Vergangenheit) machen? Suchen wir uns einige besonders markante Merkmale heraus! Da wäre die Lehre von den ‚Sechs Daseinsbereichen‘ oder Gati zu nennen, mit der anthropozentrischen Bevorzugung des menschlichen Daseins: Höllenbewohner, Hungrige Geister, Tiere, Menschen, Asuras und Götter.
Blog · 22. Mai 2019
Und was hat es dann mit den hier versammelten Gedichten auf sich, die gleichwohl von den Begriffen und Metaphern Shûnyatâ, Dharmakâya (oder ‚Wahrheitsleib‘), Dharmadhâtu (oder ‚wahre Wirklichkeit‘) oder gar von einem ‚Nichts‘ (chinesisch WU, japanisch MU) geradezu strotzen? Dürfen sie angesichts der Tatsache, dass es das alles de facto gar nicht gibt, überhaupt noch einmal hervorgeholt werden?
Blog · 09. März 2019
Das erste meiner Bücher, das Cong-rong-lu von 2008, hat einen Enthusiasten zum Verfasser, der sich mitten in der zweiten Etappe des Zen-Weges bewegt (man erinnere sich an die Dreistufigkeit des Zen, bei der auf der mittleren Stufe „die Berge keine Berge und die Flüsse keine Flüsse mehr sind“). Nicht nur, dass er sich vorbehaltlos der überkommenen Terminologie bedient (‚Großer Tod‘, ‚Buddha-Natur‘, Shûnyatâ, die ‚Große Leere‘, Dharmakâya, der ‚Wahrheitsleib‘‚...
Blog · 09. März 2019
Einen Schritt weiter, vorsichtig und zaghaft, geht meine Bi-yan-lu-Ausgabe von 2013. Sie wagt sich immerhin zu der expliziten Unterscheidung einer ‚Erfahrung der Shûnyatâ‘ und einer ‚Erfahrung von Shûnyatâ' vor und lässt nur die Letztere als angemessene Deutung des Phänomens ‚Shûnyatâ‘ gelten. Das tritt besonders deutlich in einem Exkurs zutage, der den Kommentar zum Kôan 69 Bi-yan-lu abschießt: Nehmen wir darüber hinaus gerade dieses Kôan zum willkommenen Anlass, uns...
Blog · 08. März 2019
Die Krücken des Daoismus habe ich erst mit meinem dritten Buch ZEN – vom Kopf auf die Füße gestellt erfolgreich abgeworfen. Dieses Buch aus dem Jahr 2016 führt eine diachrone Betrachtungsweise ein, bei der die augenfällige Differenz zwischen dem Wu-men-guan/Mumonkan von 1229 und den Lehrreden eines Huang-bo, erstmals veröffentlicht im Jahr 857, als ideengeschichtliche Entwicklung von einem Chan, das die Annahme eines ‚Buddha-Wesens‘ als der ‚wahren Wirklichkeit‘ am Grund der...
Blog · 07. März 2019
Das vierte, bisher unveröffentlichte Buch, ZEN – „Der Duft Hunderter von Blumen“, führt die Metaphysik-kritischen Gedankengänge des voraufgegangenen Buches fort und zu Ende: Ersteres, indem es sich einer weiteren grundlegenden Kategorie des Chan-Buddhismus zuwendet: dem Postulat einer alles umfassenden ‚Buddha-Natur‘, chinesisch fó-xìng, und unter Berufung auf eine bereits im Song-zeitlichen Chan selbst angelegte Tendenz die Annahme einer solchen ‚Buddha-Natur‘ für immer...

Dietrich Roloff

ZEN - "Der Duft Hunderter von Blumen"

Das Shinjinmei des Seng-can / Sôsan und die ‚Lehrreden‘ des Hong-zhi Zheng-jue / Wanshi Shôgaku

19,95 €

Verlag: Book on Demands

ISBN-13: 978-3749461790

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