Blog · 22. Mai 2019
Wer sich heute dem Zen zuwendet, ob dem Rinzai- oder dem Sôtô-Zen, der lässt sich auf ein Weltbild ein, das dem japanischen Mittelalter entstammt und immer noch darin verwurzelt ist. Damals, im 12. und 13. Jahrhundert, ist das japanische Zen aus dem chinesischen Chan der Song-Zeit hervorgegangen (960 – 1279), und zwar zunächst, durch Eisai (1141 – 1215) vermittelt, die Lin-ji-/Rinzai-Tradition, und dann, nahezu gleichzeitig, die von Dôgen (1200 – 1253) überführte...
Blog · 22. Mai 2019
Welches sind denn nun die Inhalte und Eigenheiten, die das japanische Zen zu einem Relikt des Mittelalters (oder einer noch ferneren Vergangenheit) machen? Suchen wir uns einige besonders markante Merkmale heraus! Da wäre die Lehre von den ‚Sechs Daseinsbereichen‘ oder Gati zu nennen, mit der anthropozentrischen Bevorzugung des menschlichen Daseins: Höllenbewohner, Hungrige Geister, Tiere, Menschen, Asuras und Götter.
Blog · 22. Mai 2019
Und was hat es dann mit den hier versammelten Gedichten auf sich, die gleichwohl von den Begriffen und Metaphern Shûnyatâ, Dharmakâya (oder ‚Wahrheitsleib‘), Dharmadhâtu (oder ‚wahre Wirklichkeit‘) oder gar von einem ‚Nichts‘ (chinesisch WU, japanisch MU) geradezu strotzen? Dürfen sie angesichts der Tatsache, dass es das alles de facto gar nicht gibt, überhaupt noch einmal hervorgeholt werden?
Gedichte · 24. April 2019
Du stirbst den ‚Großen Tod‘, / Steigst abwärts in den Schacht, / Den bodenlosen, / Und kehrst mit vollen Händen wieder, / Wie man aus Brunnen Wasser schöpft
Gedichte · 23. April 2019
Zerschmelzen musst du, / Zerschmelzen unterm Vogelruf. / Das Licht vom Meer, das Himmelsblau / Geh’n durch dich hin, wenn du zerschmilzt Wie Wind aus Glück, aus Lebenslust
Gedichte · 23. April 2019
Sohn, Du großes Gefäß / Meiner Liebe, die Dich / Anfüllt vom Boden her, / An der Lippe des Randes / Überfließt wie ein Schleier / Meiner Tränen des Glücks
Gedichte · 23. April 2019
Oh, Tränen kennst auch du – / Die deinen sind / Wie Tau und Reif, / Der sich als Perlenpracht / Aufs satte Grün der Gräser, / Auf blätterstolze Bäume setzt
Gedichte · 23. April 2019
Kollwitzplatz, / Prenzlauer Berg, / Nachwende Vierzehn – / Straßencafé im spät- / Nachmittäglichen Sonnenlicht
Gedichte · 23. April 2019
Dem Antlitz deines Todes / Geh’n Sterne ein und aus. / Du einverleibst Dir / Ihren Untergang, so Unbeweint
Gedichte · 23. April 2019
Ach, wie doch dies / Teil deines Glückes ist, / Dass du jeden Tag sterben kannst, / Ohne dass dich / Solcher Vorgriff irgend verstört

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