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Was denn bloß hat er gewollt

Was denn bloß hat er gewollt,

Rainer Maria Rilke,

Dass die Dinge uns „brauchen“,

Eben in uns, „den Vergänglichsten“,

Neu zu „erstehn“, neu und „gerettet“,

Auf dass wir sie,

Ins „Unsichtbare verwandelt“,

Den „Engeln“ zutragen in deren

„Andern Bezug“.

Was soll uns dieser „Auftrag“,

Rastlos „Schwindender“  Du

In den heimatlosen Gefilden? 

 

Verzeih‘, aber Du

Verfehlst es. Die Dinge

Bedürfen nicht der „Verwandlung in uns“,

Wollen nicht anderswohin,

Sie ruhen in sich, in

Der eigenen Stille,

Und es sind allenfalls wir,

Die der Heimat bedürfen,

Eben des Herzens der Dinge,

Darin zu ruh’n. Und erst dann

Ruhen auch wir in uns selbst,

Angekommen in ihnen, in uns.

 

(1993)

In Rilkes Neunter Duineser Elegie heißt es unter anderem: ‚... und weil uns scheinbar / alles das Hiesige braucht, dieses Schwindende, das / seltsam uns angeht. Uns, die Schwindendsten ... – Und diese, vom Hingang / lebenden Dinge verstehn, dass du sie rühmst; vergänglich, / traun sie ein Rettendes uns, den Vergänglichsten, zu. / Wollen,  wir sollen sie ganz im unsichtbaren Herzen verwandeln / in – o unendlich in uns! Wer wir am Ende auch seien. / Erde, ist es nicht dies, was du willst: unsichtbar / in uns erstehn? – Ist es dein Traum nicht, / einmal unsichtbar zu sein? / Erde! Unsichtbar! / Was, wenn Verwandlung nicht, ist dein drängender Auftrag?‘ – Auch von einem andern Bezug ist in dieser Neunten Elegie die Rede, sowie von den Engeln, denen Kunde vom Hiesigen zu geben uns aufgegeben sei.

Dietrich Roloff

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