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Ein Schleier aus Hauch und Kühle

Ein Schleier aus Hauch und Kühle,

So legt sich die Nacht behutsam

Über die Gärten, das Land.

Zärtlich und flüsternd

Schmiegen sich Pappeln und Birken

Dem weiten Nachtwind entgegen:

Wie eine Hand, die liebkost,

Ergeht sich lautlos die ‚Soheit‘.

Deine Schritte behütet,

Frieden aus schweigendem Schoß.

Dass es so ist, wie es ist,

Die Gräser, Wolken, das Rauschen des Meeres,

So, ohne Absicht im Rücken,

Leer aus schweigendem Schoß –

Das entfacht dich zur Freude,

Wie eine Fackel zur Nacht.

 

Spätsommertag, und das Licht –

Übermütig; die Winde –

Übermütig sie auch.

Lebenslust spielt in den Gärten:

Wie Birken, Pappeln sich wiegen, verbeugen,

Tänzerisch, huldvoll, vorm Wind!

Wie seine Hand sie zerzaust,

Dass ihr Blattwerk sich auftut –

Und ist nur liebendes Scherzen!

Lebenslust spürst doch auch du,

Gesteigert, tief aus der Stille

Hinter den lautstarken Winden.

Freude verbrüdert

Dich mit den Weiten voll Glanz,

Darin dir zu Fahrt und Aufbruch

Die Segel des Herzens leuchten.

 

(Skovby, 2005)

Dietrich Roloff

ZEN - "Der Duft Hunderter von Blumen"

Das Shinjinmei des Seng-can / Sôsan und die ‚Lehrreden‘ des Hong-zhi Zheng-jue / Wanshi Shôgaku

19,95 €

Verlag: Books on Demand

ISBN-13: 978-3749461790

(erhältlich auch als E-Book)