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Welcher Dharma denn ist das

Welcher Dharma denn ist das,

Den dich der Winter

Lehrt, der Frühling, der Herbst,

Den im Sommer das Licht,

Wolken auch,

Lautlos dich lehren?

 

Machen sie nicht dich erschrecken

Ob ihrer Stummheit, die dich

Abweist, verneint? – Ach,

Eben das ist die Lehre,

Die in den Dingen sich zeigt:

Unbekümmert und sorglos,

So um sich selbst wie um dich.

Fraglos-gelassen nur eben

Da zu sein –

Kinder des Nichts,

Das sie nicht kennt noch sich,

Das sie gleichwohl entlässt ins

Licht, in den Glanz der Dauer,

Sie in den Schoß seiner Mond-,

Seiner auch Stern-losen Nacht

Sanft sie wieder zurücknimmt.

 

Sei auch du einfach da,

Heiter, freudig durchaus,

Frei von Empörung

Über Abschied und Tod.

Das ist die wortlose Lehre,

Die der Welt innewohnt. Du weißt:

Dass sie sind,

Dinge und Welt.

Hat doch so wenig Bedeutung,

Wie dass sie nicht mehr sind.

 

(2003)