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Herz des Buddha – o mein Herz!

Herz des Buddha – o mein Herz!

 

Ein einziger Herzschlag,

Nur dieser eine,

So als schlüge es nicht,

Als hätte das Nichts

Nicht diese Herz-Form,

Die randlose Form meines Herzens.

 

Herzwoge, weltenweit hin –

Nur diese unbegonnene eine,

In der alles schwingt –

Und doch still steht,

Still und gesegnet

Im Glanz meines Herzens.

 

Herz des Buddha, mein weites.

Noch Galaxien kreisen darin.

Kein Schrecken berührt es,

Nicht der Schrecken der Trauer,

Nicht des Entsetzens, keiner Empörung –

Gegen wen, gegen was auch sollte es aufsteh’n?

 

Glanz, der sich selbst bejaht,

Woge, die alles ist,

Glanzwoge, Weltwoge, herzweit.

 

Herz des Buddha, o mein Herz!

 

(Lyme Regis – 1992)

Wenn die ‚Große Leere‘, das Nichts, als Dharmakâya, als der ‚Wahrheitsleib‘ Buddhas gedeutet wird, dann muss dieser Leib auch ein Herz besitzen, sozusagen als sein innerstes und tiefstes Geheimnis; und genau in diesem Sinne ist hier die Metapher Herz des Buddha zu verstehen – als der Kern dessen, was nicht ist und nichts ist und deshalb auch keinen Kern haben kann. – Wie nunmehr nicht zu übersehen, spricht dieses Gedicht aus der ekstatischen Erfahrung, mit diesem Buddha – gemeint ist die Shûnyatâ – eins zu sein.