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Perle Dôgens, Du!

 Perle Dôgens, Du!

Der Glanz, der sonst nur außen ist,

Geht ganz durch Dich hindurch,

Macht alles gleich, wie sonst der Tod

Nur, macht Dir alles gleich – zu Glanz.

 

Auch den Tod, den Schmerz:

Dein Leben reicht durch alles hin,

Durchs Werden, Sterben auch,

Und stirbt Dir nie. Auch ohne Welt

Ist das, was nicht ist, nichts als Glanz.

 

Glanz erst recht als Welt.

Du eine Perle, reiner Schmelz,

Füllst alles aus, versagst,

Ein Strahlenball von Rand zu Rand

Der Welt, Dich keinem Ding, nicht – mir.

 

(1994)

Das lyrische, genauer das ekstatische Subjekt erfährt Shûnyatâdas, was nicht ist – als den Glanz einer Perle, die das gesamte Universum durchzieht und erfüllt. Mit der Metapher einer Perle beruft es sich auf Dôgen, der sich seinerseits – im Kapitel Ikka no myôju seines Shôbôgenzô – den Ausspruch des chinesischen Chan-Meisters Xuan-sha Shi-bei zu eigen macht: ‚Das ganze Universum in den Zehn Richtungen ist eine leuchtende Perle!‘‚Du‘ und ‚Dein‘ sind hier Anrede an die metaphorische Perle.

Dietrich Roloff

ZEN - "Der Duft Hunderter von Blumen"

Das Shinjinmei des Seng-can / Sôsan und die ‚Lehrreden‘ des Hong-zhi Zheng-jue / Wanshi Shôgaku

19,95 €

Verlag: Books on Demand

ISBN-13: 978-3749461790

(erhältlich auch als E-Book)