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Ob die Sonnen der Nacht, ob

 Ob die Sonnen der Nacht, ob

Mittagslicht auf den Bäumen,

Abendwind auf der Flucht,

Einer, der sich

Über die Ränder des Tages

Wie über Klippen stürzt –

Du im täglichen Wandel

Dort zuhause, wo nichts

Ist, das sich wandeln kann,

Du der Brunnen, aus dem

Stille steigt in die Welt,

Deinen Frieden empfängt sie,

Schenkt ihn an dich zurück,

Dass du ihr dankst, sie liebend:

Heimstatt, deine, zu sein!

 

Sonnenglanz auf den Fluren,

Farbenflut unterm Wind, vom

Meer das blendende Licht:

Schönheit, die glüht,

Noch unter kühleren Lüften,

Glut, die der Welt einwohnt.

Doch da ist eine andre,

Eine noch, die aus dir

Anfängt und sich verströmt,

Glut noch unter der Glut,

Segensreich, die der Welt

Erst so recht ihre Farben,

Erst ihre Schönheit leiht:

Du, so ins Nichts versunken,

Teilst dich händevoll aus.

 

(2002)

Dietrich Roloff

ZEN - "Der Duft Hunderter von Blumen"

Das Shinjinmei des Seng-can / Sôsan und die ‚Lehrreden‘ des Hong-zhi Zheng-jue / Wanshi Shôgaku

19,95 €

Verlag: Book on Demands

ISBN-13: 978-3749461790

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