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Klaffende Wunden ins Licht

 Klaffende Wunden ins Licht,

Wolkenleiber, vom Wind

Aufgerissen und stürzt

Weite herab,

Dir auf den Weg,

Hüllt dich ein,

Huldvoll, und wie Gewand

Schmiegsam, fast zärtlich dir –

Sieh, und kein Zögern hemmt

Noch den Schritt, kein Gefühl,

Fremd zu sein, wo du gehst,

Hier zuhause im Weiten und

Wartest auf anderes nicht.

 

Jetzt lass’ dich los, und was sonst

Dich umdrängt und verhält,

Stirb ins Weite hinein,

Restlos, und nur

Schweigendes bleibt,

Herzschlagstill,

Leben wie ohne Tod –

Den hat es hinter sich –

Leben ganz hell, und sei

Noch so dunkel der Tag.

Neues Land liegt vor dir,

Ist das alte, nur dass du jetzt

Sorgloser, liebender lebst.

 

(Für Julia – 2002)

Dietrich Roloff

ZEN - "Der Duft Hunderter von Blumen"

Das Shinjinmei des Seng-can / Sôsan und die ‚Lehrreden‘ des Hong-zhi Zheng-jue / Wanshi Shôgaku

19,95 €

Verlag: Books on Demand

ISBN-13: 978-3749461790

(erhältlich auch als E-Book)