· 

Dass nichts Bedeutung hat

Dass nichts Bedeutung hat,

Auch diese Schönheit nicht,

Die des Gedichts –

Längst ist kein Schmerz mehr darin:

Irgendwie, irgendwo

Blüh’n im Nacht-Raum des Schweigens

Wortblumen auf, ungehört,

Blüh’n und gleiten hinab,

Heimwärts ins Schweigen zurück:

Nichts ist gewonnen, verlor’n.

 

Dass dir in deinen Tod

Auch die Gedichte einst,

Nirgends bewahrt,

Nachgeh’n, es trifft dich nicht mehr:

Du, zuhause in nichts,

Brauchst kein Weiterbestehen,

Auch nicht des Werks. Und – du weißt:

Alle Schönheit, auch die

Deines Gedichts, überlebt –

Jubelnd im Aufgang des Seins.

 

(1996)

– in memoriam Peter Niebaum –

Auch hier wieder die deutliche Anspielung auf die Shûnyatâ, aus der als dem allen Dingen zugrunde liegenden Nichts immer wieder aufs Neue die Welt hervorgeht: Jubelnd im Aufgang des Seins.

Dietrich Roloff

ZEN - "Der Duft Hunderter von Blumen"

Das Shinjinmei des Seng-can / Sôsan und die ‚Lehrreden‘ des Hong-zhi Zheng-jue / Wanshi Shôgaku

19,95 €

Verlag: Book on Demands

ISBN-13: 978-3749461790

zum BoD Buchshop