· 

Buddha – hat er je getanzt

Buddha – hat er je getanzt,

 Damals?

Ich weiß es nicht. Doch hier

Tanzt er, mit meinem Leib,

Tanzt – nicht wie der ‚Mistral-Tänzer‘

Rauschhaft im Selbst-Genuss –

Tanzt den Wohllaut der Schöpfung,

Tanzt mein Leben, auch meins, hinein.

 

Kein lachender Übermut,

Lauthals –

Meine Geschmeidigkeit

Tanzt aus dem Leerheitsleib,

Tanzt sanft seinen Glanz, die Freude

Liebender Heiligung,

Tanzt den Warmstrom des Buddha,

Tanzt den Dingen Glückseligkeit.

 

(1996)

Dieses Gedicht spricht aus der beseligenden Erfahrung einer Shûnyatâ, die das lyrische Subjekt als seinen eigenen Leerheitsleib – sprich seinen Dharmakâya – erlebt, aus dem nicht nur die Schöpfung, sondern erst recht die eigene Freude und Lebendigkeit, die eigene liebend-verklärende Hingabe an die Welt hervorgeht.

 

Friedrich Nietzsche beschließt den Anhang zu seiner Fröhlichen Wissenschaft, die Lieder des Prinzen Vogelfrei, mit einem Gedicht, das den Titel An den Mistral. Ein Tanzlied trägt. Diese Verse sind von einem geradezu lauthals lachenden Übermut erfüllt.