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Wieder schon Herbst, und wieder

 Wieder schon Herbst, und wieder

Die Tage entflammt

Vom Feuer der Bäume,

Glut noch im kühlen Licht

Täglich tieferer Sonnen.

Wieder auch dringt der Flammenschein

Herbstlichen Laubes dir

Unter die Haut,

Zu frohem Erschrecken,

Weckruf zugleich,

Plötzlich und unversehen,

In uralte Helle zurück,

Älter noch als die Welt,

Helle in dir, in den Dingen.

 

 

Herbst, das ist Dein Geheimnis,

Beglückend seit je

Und neu jedes Mal und

Schenkt sich uns Jahr für Jahr:

Dass aus Sterben noch Glut, noch

Flammendes Leben aufblüht, so

Flammend wie nicht das hell-

Glänzende Grün

Aus Knospen des Frühlings

Uns überrascht.

Tröstlicher Anruf Herbstzeit,

Aus Leuchten und Schweigen und Tod:

Tod ist keiner, wenn wir

Uns diesem Leuchten ergeben.

 

 (Für Allan – 2002)