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Ach, Lieben, das ist

 Ach, Lieben, das ist

Schon lange nicht mehr ein Begehren –

Was denn bräuchtest du noch?

Ja, lieben, das ist, dich verschwenden!

Woher auch

Sollten die Dinge sein,

Wenn du nicht dich

In sie verschwendest?

Und wem schon

Sollte dein Lieben sich weigern?

Wenn alles doch nur

Deinem, nur deinem Herzen entwächst!

 

Lieben das leis-

Tastende Grün eines Blattes,

Das sich dem Licht anvertraut.

Lieben den matt-

Taumelnden Flug eines Falters

In seinen herbstlichen Tod.

 

Lieben ist auch

Dieser Vorrat an Glück, den

Meine Augen in Deine

Für dunklere Tage gelegt.

 

(1994)

Auch dieses Gedicht ist nur verständlich, wenn wir dem lyrischen Subjekt ein Erleben zugestehen, bei dem es sich eins weiß mit einer Shûnyatâ, aus der alle Dinge seit jeher hervorgegangen sind und zukünftig hervorgehen werden. Das lyrische Subjekt selbst ist es sodann, das sich als diese Shûnyatâ an die Dinge verschwendet und diese seine Hinwendung zur Welt als Liebe empfindet.

Dietrich Roloff

ZEN - "Der Duft Hunderter von Blumen"

Das Shinjinmei des Seng-can / Sôsan und die ‚Lehrreden‘ des Hong-zhi Zheng-jue / Wanshi Shôgaku

19,95 €

Verlag: Book on Demands

ISBN-13: 978-3749461790

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