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Buddha-Kopf aus Qingzhou

Buddha-Kopf aus Qingzhou –

Hinter den Lidern aus Stein,

Halbgeschlossen im Lächeln,

Dehnt sich Frieden wie weites Land,

Regenfrisch unter Morgenlicht,

Noch zu den Rändern hin von

Keinen Wolken umsäumt.

Makellos

Dieses Gesicht und weiß

Nichts von Gier –

Auch von Mangel, Versäumnis

Nicht der leiseste Hauch

Trübt den heiteren Glanz,

Der auf den Lippen liegt:

Was denn bräuchtest du noch,

Wenn du den Frieden hast,

Den der Stille aus Nichts,

Glanz einer andern Welt,

Der das Hiesige so

Lächelnd verklärt.

  

Gier, Verlangen nach mehr,

Durst, der kein Aufhören kennt,

Gier nach Geld, immer mehr Geld,

Unersättliche Sucht, die sich

Brüstet, großtut und prahlt, sie sei

Das, was den Sieger ausmacht:

Ach, wie hat sich der Traum,

Dass wir uns,

Langsam wohl nur, doch einst

Allemal,

Hin zu Göttern entwickeln,

Ausgeträumt: Da ist nichts,

Was noch Hoffnung verspricht,

Nichts, dass es anders kommt.

Unbeirrbar die Gier,

Schäbige Gegenwelt

Jenes Buddha-Gesichts,

Das dir ein Höheres

Anzeigt: Glück ohne Gier,

Selig aus Nichts.

 

(2004)

Im Jahr 2001 fand im Alten Museum Berlin unter dem Titel Die Rückkehr des Buddha. Chinesische Skulpturen aus dem 6. Jahrhundert eine Ausstellung statt, in der archäologische Funde aus dem Tempelbezirk von Qingzhou gezeigt wurden. Der Kopf der eindrucksvollsten unter allen dort versammelten Darstellungen aufrecht stehender Buddhas zierte das – schnell vergriffene – Ausstellungsplakat.

Dietrich Roloff

ZEN - "Der Duft Hunderter von Blumen"

Das Shinjinmei des Seng-can / Sôsan und die ‚Lehrreden‘ des Hong-zhi Zheng-jue / Wanshi Shôgaku

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Verlag: Book on Demands

ISBN-13: 978-3749461790

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